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Bedeutende Stätten des Kulturerbes in China schwer beschädigt

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Plakat Konzert für Sichuan

Spendenaufruf und Benefizkonzert

Das Erdbeben in der Provinz Sichuan (China) am 12. Mai 2008 hat 69.142 Menschenleben gefordert, mehrere hundert Tausend Menschen verletzt und über 1 Mio. Menschen obdachlos gemacht. Von den Überschwemmungen in den darauf folgenden Wochen sind die Menschen erneut hart getroffen worden. Dass durch das Erdbeben auch zahlreiche bedeutende Stätten des Kulturerbes schwer beschädigt worden sind, ist in den deutschen und europäischen Medien wenig zur Kenntnis genommen worden. Darunter fallen die Tempelanlagen auf dem Berg Quincheng – der Geburtsstätte des Taoismus – und das historische Bewässerungssystem von Dujiangyan, das 256 v. Chr. erbaut wurde; beide gehören seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Besonders stark zerstört wurde der Erwang Tempel, auch Tempel der Zwei Könige genannt, der vor 2000 Jahren zu Ehren von Li Bing, dem Gouverneur von Sichuan und Konstrukteur des Wasserregulierungssystems errichtet wurde (siehe Fotos). Auch das historische Wohnhaus des bedeutenden Dichters Du-Fu ist eingestürzt, das Teil einer Museumsanlage in Chengdu ist. Insgesamt 169 Kulturstätten unter staatlicher Aufsicht und 250 öffentliche Denkmäler, die von den Provinzialregierungen verwaltet werden, wurden in Mitleidenschaft gezogen. 2.766 Sammlungsstücke, von denen 292 als besonders kostbar gelten, wurden in Sichuan und den umliegenden Provinzen zum Teil schwer beschädigt. Zeitungsberichten der Shanghai Daily zufolge werden die Kosten für den Wiederaufbau und die Restaurierung 857 Millionen US-Dollar betragen und mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Einige sehr bedeutende Denkmäler sollen jedoch bereits in ein bis zwei Jahren wieder hergestellt werden.

ICOM Europe und ICOM Deutschland haben mit einem Benefizkonzert im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin am 31. August 2008 erfolgreich ein Zeichen gesetzt und zahlreiche Spenden eingenommen, die zugunsten der erdbebengeschädigten Museen in Sichuan eingesetzt werden. Der Reinerlös wird an den Desaster Relief Fund for Museums von ICOM weitergeleitet. >> Webseite Disaster Relief for Museums

Die Aktion soll der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass die bedeutenden universellen Kulturstätten in China bald wieder aufgebaut werden und in Zukunft besser gegen Naturkatastrophen geschützt werden.

Kontakt:
Udo Gößwald
Präsident ICOM Europe
chair@icom-europe.org

 

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