Vorträge

Prof. Dr. Hartwig Lüdtke

Arbeit im Museum – nicht einfach, aber spannend

Arbeit ist eine zentrale Lebenserfahrung für die Mehrzahl der Menschen. Deshalb ist dieses Thema als niedrigschwelliger Einstieg geeignet, eine breite Öffentlichkeit anzusprechen. Insbesondere im Hinblick auf partizipative Formate in der Museumspraxis eignet sich das Themenfeld „Arbeit“, um vielfältige Aspekte der Technik- sowie der Sozialgeschichte aufzugreifen. Zugleich ist mit diesem Thema die Schwierigkeit verbunden, dass die Arbeit selbst nicht ausstellbar ist; präsentiert werden können jeweils die Arbeitsplätze, die Werkzeuge, die Arbeitskleidung und schließlich die Produkte der Arbeit. Ein Museum, welches die Geschichte der Arbeit in den Blick nimmt, stößt zudem auf die Problematik, dass viele Arbeitsplätze in unterschiedlichen Branchen im Laufe der Jahrzehnte einander immer ähnlicher werden: War noch vor einer Generation der Arbeitsplatz einer Druckerin oder eines Druckers gänzlich anders ausgestattet als der Arbeitsplatz eines Drehers oder einer Dreherin, so ähneln sich heute zunehmend die konkreten Arbeitsplätze, die sich letztlich durch einen PC-Bildschirm und eine Tastatur auszeichnen, über welche die weitgehend automatisierten Produktionsprozesse in verschiedenen Branchen gesteuert werden. Der Vortrag wird auf die verschiedenen Aspekte und die Schwierigkeiten der musealen Darstellung eingehen, dabei zugleich das Thema einer Geschichte der Arbeiterbewegung und ihre sozialgeschichtliche Bedeutung aufgreifen und schließlich versuchen, einen Blick auf die Zukunft der Arbeit zu werfen, die vom „Internet der Dinge“, von crowdworking und von Clickworkern geprägt sein wird; wie werden die Museen damit umgehen und darauf reagieren?

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