Vorträge

Peter Kerbl

Dilettanten und der professionelle Anspruch – der Spagat

Von Museumsfachtagungen fahre ich vollgepackt mit Informationen, methodischen Tipps zur Vermittlung, Empfehlungen usw. nach Hause. Die Nachbereitung bringt dann die Erkenntnis, dass die meisten Best-Practice-Beispiele von einschlägig, oft akademisch ausgebildeten und hauptberuflich Arbeitenden ausgedacht und empfohlen werden. Manches würde ich mir wünschen, Vieles wäre nützlich, ist aber nicht leistbar. Gleichwohl bringt es der Verein, mit Ehrenamtlichen und knappen Ressourcen anerkannte, gute Museumsarbeit kontinuierlich zu leisten: „Forum Hall“ ist der Dachbegriff für drei Dauerausstellungen in Bad Hall – Kur- und Ortsgeschichte, Handwerke und die Haustürensammlung – sowie Sonderschauen auf insgesamt 2.000 qm Fläche. Konzept, Aufsicht und Vermittlung, Publikationen, Depot und Archiv … alles in Vereinsarbeit. Bei jedem Vorhaben sind die Freiwilligkeit, die gratis zur Verfügung gestellte Zeit und persönliche Befindlichkeiten ins Kalkül zu nehmen. Materielle Gründe setzen Wünschen und Sehnsüchten Grenzen. Seufzen bessert nichts; es gibt überall Luft nach oben. Mit dem Vorhandenen das Bestmögliche zu schaffen, ist die Devise. Warum tun wir uns das an? Aus Interesse an Geschichte und Kultur – prinzipiell ja. Aus Liebhaberei – ja, auch. Abwechslung – die macht’s interessant. Nachforschungen – Zugewinn an Wissen. Was noch? Bezahlung gibt es ja nicht. Aber aus einer immateriellen persönlichen Bereicherung kann sich die Motivation, „gerne“ Museum machen zu wollen, ergeben. Der Beifall der Öffentlichkeit und die positiven Kommentare der Besucherinnen und Besucher fördern den Tatendrang: Dann ist der Spagat gelungen.

VERKNÜPFT MIT

Peter Kerbl