Vorträge

Prof. Dr. Rita Müller

Von der Weltausstellung zum Science Lab. Vom klassischen Industriemuseum zum Ort mit gesellschaftlicher Relevanz

Das Museum der Arbeit in Hamburg wurde 1997 in den ehemaligen Gebäuden der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie eröffnet. Es zeigt an ausgewählten Hamburger Beispielen die Auswirkungen der Industrialisierung auf Leben und Arbeiten im 19. und 20. Jahrhundert.

Das Museum der Arbeit reiht sich damit ein in die Gründungswelle der Industriemuseen in den 1970er und 80er Jahren. Sie sind Ergebnis eines wirtschaftlichen Strukturwandels und einer damals neuen Orientierung an Alltags- und Sozialgeschichte. Das Museum der Arbeit zeigt sowohl Beispiele der handwerklichen als auch der industriellen Produktion, es thematisiert die Arbeit in Handel und Kontor und will sich nicht auf den Bereich der bezahlten Arbeit beschränken. Es versteht sich als lebendiges Museum. So erzählen „Praxisexperten“ aus ihrem ehemaligen Berufsleben als Setzer und Drucker.

Heute stellen Globalisierung, De-Industrialisierung, demografischer Wandel, Finanzkrisen und Digitalisierung die Museen vor neue Herausforderungen. Die Arbeitswelt ist im Wandel begriffen. Noch weiß keiner genau, wie die zukünftige Arbeitswelt aussehen wird, aber „Arbeiten 4.0“ wird vernetzter, digitaler und flexibler sein.

Die Dauerausstellung des Museums wird im nächsten Jahr 20 Jahre alt. Es steht vor einem Paradigmenwechsel. Es will das industrielle Erbe weiterhin bewahren, aber auch neue Fragestellungen und Themen aufgreifen sowie moderne Formen der Präsentation und Vermittlung etablieren. Mit neuen Kooperationspartnern und Ausstellungen zu aktuellen Themen versucht das Museum schon jetzt diesen Anspruch zu verwirklichen.